Jetzt haben wir den Salat…

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Nun ist doch das passiert, was alle irgendwie befürchtet und dennoch keiner für möglich halten wollte.

Donald for President – es klingt ein bisschen wie ein Walt Disney Heftchen, nur dass es weniger zum Lachen ist.

Es werden sich noch lange Zeit Menschen darüber den Kopf zerbrechen, wie das hatte passieren können, dabei ist die Antwort eigentlich recht einfach:

Die Hybris gerade jenes Establishments, das Trump so gerne angreift, zu dem er jedoch zu einem Teil auch selbst gehört, hat sie blind gemacht für die Wucht des Populismus. Die die glauben mitzudenken, wollten nicht wahr haben, dass es so viele unüberlegte geben würde. Dabei ist das bei weitem kein amerikanisches Problem. AfD, Pegida, Front National, Partij voor de Vrijheid, Polens und Ungarns rechtnationale Regierungen oder die Türkei zeigen dies auch in anderen Ländern.

Nun, gewählt ist gewählt, und es gehört zum Verständnis einer Demokratie, solche Wahlergebnisse zu akzeptieren. Nur bedeutet es nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Es muss vielmehr eine Aufforderung sein für massive und laute Opposition. Permanent die Finger in die Wunde zu legen, darin zu bohren ohne sich den Mund verbieten zu lassen. Nicht zu schweigen, sondern ebenso laut und deutlich zu sein, wie zuvor jene, die nur den billigen Populismus bedient haben.

© 2016, bussy. All rights reserved.

Säuberungswelle rollt weiter

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Säuberungswelle rollt weiter betittelt t-online.de das aktuelle Geschehen in der Türkei. Und ich frage mich gerade, wie froh ich als Autor dieses Beitrags sein kann, nicht in der Türkei zu wohnen. Als Bürger eines freien Landes meine Gedanken einfach so schreiben zu können, ohne befürchten zu müssen in irgendeinem Gefängniss zu landen, staatlicher Willkür ausgesetzt  ohne orgendliches Verfahren, vielleicht einfach so von der Bildfläche zu verschwinden.

Man mag vieles bemängeln an diesem Land. Diesen hohen Grad an Freiheit liebe ich. Wir sollten sehr darauf achten, dass wir uns ihn erhalten oder gar ausbauen.

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Reif für Europa?

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Was für unruhige Zeiten. Ein Putschversuch des türkischen Militärs, von dem noch nicht einmal ganz klar ist, auf wessen Betreiben er wirklich initialisiert wurde.

Anhänger Erdogans auf dem Taksim Platz
Anhänger Erdogans auf dem Taksim Platz

Verschwörungstheorien hin oder her, ein Präsident der bei einem Putsch von einer „Gabe Gottes“ spricht, von „ausmerzen“, „reinigen“ und „vernichten“ spricht, anstelle Probleme einzugestehen und Dialoge anzubieten. Ein tief gespaltenes Volk zwischen religiösen Fanatismus und säkularem Staat hin und her gerissen und eine Gesellschaft die sich in weiten Bereichen, von Freiheit, über Gleichberechtigung bis hin zu Menschlichkeit, Religionsfreiheit und dem Verständnis für ein europäisches Miteinander so weit entfernt zeigt, dieses Volk ist in keinster Weise reif für Europa.

In der aktuellen Lage, dem Vorgehen der Regierenden der Verfolgungs- und Verhaftungswellen nach dem gescheiterten Putsch und des martialischen auftretens der vermeintlichen Sieger ist dieses Land vielleicht sogar von rudimentären freiheitlichen Grundordnungen weiter entfernt als uns lieb sein dürfte in unserer anbiedernden und in Bezug  auf den Umgang mit Flüchtlingen menschenverachtenden Politik.

Doch was haben wir? Angst um den Verlust einer scheinbaren Demokratie vro unserer Haustür? Angst um Gerechtigkeit, Freiheit oder gar Menschenleben am Rande Europas? Nein wir haben Angst um unsere billigen Urlaubs-Reiseländer und vor noch mehr Türken und Ausländern in unserem Land.

Es ist beschämend für die Menschen und die Menschlichkeit was dort passiert und es ist nooch beschämender wie wir gerade reagieren.

Eine ordentliche Aufarbeitung der Geschehnisse, neutral und vor allem ohne Erdogan und seine Schergen, eine Rückkehr zu den Grundrechten und einer Basisdemokratie wäre angebracht. Für mich hingegen hat die Türkei gerade sämtlichen Sympathiepunkte verspielt, alle Seiten dort vor Ort zusammen.

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