« IT Blog | Main

42 - Die Antwort auf alle Fragen

Mittwoch 15 September 2010

42 - Die Antwort auf alle Fragen

Auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ also der ultimativen Frage nach dem Sinn von allem, heißt es in The Hitchhiker's Guide to the Galaxy schlicht und einfach 42.

Ist also 42 die Antwort auf alles, heißt das, daß man mit 42 dann auch die Antwort auf alle diese Fragen kennt? Ist 42 gar die Antwort? Stelle ich ab morgen also keine Fragen mehr? Oder sollte ich bei Fragen die mir gestellt werden mit meinem Alter antworten?

Tja, morgen oder genauer gesagt in wenigen Stunden bin ich also auch 42. Dann werden wir ja sehen, ob mich das irgendwie weiterbringt. Aber vermutlich ist mal wieder die Frage einfach nur nicht exakt genug gestellt worden. ;-)

Categories: a piece of myself, Geistesblitze, Literatur

Die Gesänge des Maldoror

Dienstag 14 September 2010

Die Gesänge des Maldoror - ein lesenswertes Buch

"Weltbewegende sadistische Poesie" wird dieses Meisterwerk von Lesern auf Amazon genannt. Da ich Literatur durchaus als eines meiner Hobbys bezeichne, wird es mal Zeit eines meiner Lieblingsbücher zu besprechen.

Doch was ist das überhaupt für ein Buch? Der aus Uruguay stammende Autor Isidore-Lucien Ducasse, der bereits im Alter von 24 Jahren unter kümmerlichen Bedingungen in Paris an Schwindsucht verstarb schrieb dieses Buch bereits im Alter von 20 Jahren.

Es gilt nicht umsonst als grausam, teils eklig und doch als Meisterwerk. Auch wenn es das einzig je fertiggestellte Werk Ducasses ist, so läßt doch sein großartiges schriftstellerisches Talent erkennen.

In dem Werk geht es um einen jungen Mann namens "Maldoror" (Vergolder des Bösen), der an der Menschheit zweifelt, und Gott als den Schöpfer für eben dessen Erschaffung aufs grausamste anklagt, indem er in Maldoror alle Niederträchtigkeiten und Abartigkeiten eben dieser Menschheit konzentirert, und ihn diese in bildgewaltiger Flut erleben läßt. Auf diese Art hält er Gott und damit auch seinen Lesern einen Spiegel vor, hinter dem in der Essenz eigentlich immer wieder die schon in der Einleitung getroffene Aussage steckt. "Meine Dichtkunst wird nur darin bestehen, den Menschen, dieses Raubtier, mit allen Mitteln anzugreifen und mit ihm den Schöpfer, der ihn nicht hätte erzeugen sollen."

Lange zensiert und von einem Verleger erst nach seinem Tod zum ersten mal veröffentlicht ist das Buch, wie der Autor selber festhält sicherlich nicht für jedermann geeignet und man sollte es sich gut überlegen, ob man bereit ist in seine Welt hinabzutauchen.

Kaum ein Buch dürfte noch immer so aktuell so stark polarisieren. Man wird es lieben oder es angewiedert in die Ecke werfen. Die Ausführlichkeit und Detailverliebtheit mit der Ducasse selbst die abartigsten Verbrechen beschreibt, ist bisweilen verstörend und erschütternd, doch macht man sich klar, unter welchen Umständen dieses Werk geschrieben wurde, weckt sein Werk auch ein erstaunliches Verständnis. Weniger für den Protagonisten Maldoror als viel mehr für den Autor, der sich in jungen Jahren, dem sicheren Tode geweiht plötzlich fragt, was ist das für ein Gott von dem die Religion da spricht. Berücksichtigt man die deutlich größere Bedeutung die der Glaube zu dieser Zeit in der Gesellschaft gespielt hat, wird Ducasses Anklageschrift verständlicher.

Doch wie bereits gesagt auch das Alter des Buches ändert nichts an seiner immer noch existierenden Aktualität. Ich besitze dieses Buch seit fast 25 Jahren und komme nicht umhin immer mal wieder einen der Gesänge zu lesen und darf mich damit wohl als einer der Leser outen, die dieses Buch lieben.

Categories: Geistesblitze, Literatur