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Lillll loohnt schisch

Samstag 22 Oktober 2011

 Also ein bißchen Sorgen mach ich mir ja schon, und das durchaus in mehrfacher Hinsicht. Eigentlich hatte ich nur heute beim Einkaufen Kaffee-Filter vergessen, also kurz vor Geschäftsschluss noch mal 5 Häuser weiter zum Blau-Gelben "LILL" mit dem roten "i", dort hin wo ich eigentlich sonst nie zum einkaufen gehe.

Warum eigentlich nicht, wenn er doch so nahe dabei ist? Nun, ich weiß wieso. Spätestens immer dann wenn ich diesen Laden betrete. Ich war früher auch schon mal dort, auch wenn ich da noch auf der anderen Seite der Stadt gewohnt habe, was bei der "Größe" dieses Kaffs nicht unbedingt etwas zu sagen hat. Hier ist die andere Seite der Stadt auch nur fünf Straßen weiter.

Aber zurück zu besagtem Geschäft. So kurz vor Ladenschluss scheint der Laden die prädestinierte Sammelstelle für Randgruppen zu sein. Die Frage ist nur zu welcher gehöre ich? Vermutlich zu denen, die Zynismus und Sarkasmus nicht für zwei griechische Finanzierungskonzepte im Euro Rettungsplan halten.

Sorgen mache ich mir weniger um die Hektoliter Alkohol die dort allsamstäglich gewisse Gestalten aus dem Laden schleppen. Die machen optisch schon den Eindruck als sei für sie die Welt ohne den Konsum entsprechend hochprozentiger Ware eh nicht mehr realexistent. Olfaktorisch hinterlassen sie dabei mindestens einen ebensolchen Eindruck. Für meine empfindliche Nase nicht unbedingt eine Wohltat, aber zumindest finden würde den Laden vermutlich auch ein Blinder. Ich könnte bei Maries nächstem Versuch die Probe auf's Exempel machen. Obwohl das sollte ich vielleicht doch lieber lassen. Ich zumindest weiß, warum es mir zu wieder ist, in einem solchen Laden Lebensmittel zu kaufen; der Bahnhofstoiletten-Charme lädt nicht unbedingt zum Kaufen ein und so war ich geneigt, den Toilettenreiniger gleich im Laden großflächig zu verteilen, habe es aber doch vorgezogen ihn zusätzlich zu den sowieso geplanten Filtertüten einzupacken und privat zu nutzen.

Sorgen mache ich mir eigentlich nur, daß ein solcher Laden so dicht vor meiner Haustür liegt. Das spricht nicht gerade für die Wohngegend. Aber ich habe ja immerhin noch eine Ausrede, ich kann ja behaupten die Kundschaft käme alle von der anderen Seite der Hauptstraße, was hoffentlich auch stimmt. Zumindest meine neuen Nachbarn machen einen deutlich anderen Eindruck, als das sonstige Stammpublikum dort, für die mir der Satz "Lidl lohnt sich" wie gemacht zu sein scheint. Zum einen läßt er sich noch im Vollrausch dahinnuscheln und der Fusel dort ist auch billig und vermutlich entsprechend schlecht. Von einer Kostprobe sehe ich dann doch lieber ab.

Aber eines würde den Laden, neben dem Austausch des Publikums, schon mal gewalltig aufwerten, und das könnten sich die verantwortlichen der Familie "Schwarz" bei Gelegenheit mal zu Herzen nehmen. Es steht dem Laden überhaupt nicht gut, wenn die Ecken ihrem Familiennamen alle Ehre machen. Etwas mehr Sauberkeit würde dem Laden wirklich gut zu Gesicht stehen. Das Hund und Herrchen sich im Laufe der Jahre immer ähnlicher werden, habe ich wohl schon des öfteren gehört, daß das bei Geschäften und ihrer Kundschaft auch gilt, war mir bis heute neu.

Vorsichtshalber werde ich aber weiterhin um diesen Laden einen großen Bogen machen.

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Oslo und die Folgen - Der Wahn der Datensammler

Donnerstag 28 Juli 2011

Kaum ein paar Tage ist es her, das in Oslo Anders Brevik in seinem Wahn über 70 Leute umgebracht hat, da schießen bereits wieder die Fantasien unserer selbsternannten Volksbevormunder wild ins Kraut.

Worte wie "genauere Überwachung potentiell gefährlicher Gruppierungen", "Vorratsdatenspeicherung" und weitere machen erneut die Runde.

Wann entlich begreifen unsere Politiker eigentlich endlich, daß sie nicht zum Selbstprofilierungszweck gewählt wurden? Wann nehmen sie endlich mal wieder die Bedeutung vom Volks-"VERTRETER" ernst?

Wir wollen keinen Überwachungsstaat, wir wollen keine Lauscher und Bespitzler, wir wollen keine trügerische Sicherheit!

Das was wir brauchen, ist Courage, Gesellschaft, Verständigung und Aufmerksamkeit und vor allem das Einsehen, daß die wahnsinnigen Taten Verblendeter, seien es wie in Norwegen verrückte Einzeltäter oder auch Anschläge mit größerem terroristischem Hintergrund sich durch Überwachung und Kontrolle nie werden vermeiden lassen. Es gibt letztlich keinen perfekten Schutz davor, daß kann eine freiheitlich demokratische Gesellschaft nicht leisten.

Aber das was wir können, ist Veständnis für anders Denkende aufzubringen, aktiv einen anderen Weg als den der Gewalt vorzuleben. Das ist nicht gleichbdeutend und vor allem nicht zu verwechseln mit tumben Ertragen. Doch die Beschränkung der Freiheiten millionen firedliebender und harmloser Menschen ist keine Lösung.

Also hört endlich auf Stammtischparolen nachzuplappern und beginnt den ernsthaften Dialog.

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Multikulturell - jetzt erst recht!

Dienstag 26 Juli 2011

Wer gestern Abend die Nachrichten verfolgt hat, der muß doch voll tiefer Hochachtung und Respekt seinen Hut ziehen vor dem norwegischen Volk. Auch wenn die Polizei die Anzahl der Anschlagsopfer nach untern korrigiert hat, sicherlich ein winzig positiver Lichtblick, der uns einen ganz kleinen Moment denken läßt, "hat er doch nicht so viele gekriegt!", so schmälert daß doch kaum die Bedeutung und die Grausamkeit dieser Irrsinnstat. Doch gerade in einem solchen Moment zu Hundertausenden auf die Straßen zu gehen, mit Blumen in der Hand, Blumen zum Gedenken an die Opfer, Blumen als Zeichen der Verständigung und Liebe, und nicht nacht harten Strafen, nach Sanktionen oder in wilden Populismus verfallend nach Stammtischargumenten zu suchen, sonder sich als Volk hinzustellen und der Welt und somit auch dem Täter zu zeigen, daß man sich nicht unterkriegen läßt, daß er nicht gewinnen kann, das finde ich zutiefst beeindruckend und ziehe meinen Hut vor dieser bewundernswerten Konsequenz und Einstellung und frage mich ein bißchen ob das bei uns auch möglich gewesen wäre.

Bewundernswert auch die Worte von Kronprinz Haakon, der in Oslo vor dem Volk sprach, man könne die Anschläge vom 22. Juli mit vielen Toten nicht ungeschehen machen. "Aber wir können selbst wählen, was sie mit uns machen." Er forderte seine Landsleute auf, sich aktiv für ein Norwegen einzusetzen, in dem "Verschiedenheit als Chance begriffen wird". Mit Blick auf das massenhafte abendliche Gedenken sagte Haakon, heute seien die Straßen voller Liebe. 

Und ebenso die Worte des norwegischen Premiers Jens Stoltenberg der vor der Menge sprach: "Norwegen wird diese Prüfung bestehen. Das Böse kann Menschen töten, aber niemals ein ganzes Volk besiegen." Die Antwort der Menschen auf die Anschläge müsse aus "mehr Offenheit, mehr Demokratie, mehr Bestimmtheit" bestehen.

Am treffensten so fand ich, formulierte es jedoch der Oberbürgermeister Oslos als er sagte: "Wir wollen zeigen, dass Platz für alle ist."

Anders Brevik kann und darf nicht gewinnen, nicht in Norwegen, nicht hier bei uns, nirgendwo!

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Der Preis der Freiheit?

Montag 25 Juli 2011

Mit Entsetzen habe auch ich am Wochendende die Bilder und Nachrichten aus Norwegen verfolgt, und mir ist es da wohl ähnlich ergangen, wie Millionen anderer auch.  Mit en ersten Nachrichten und Bildern des Bombenanschlags in der Osloer Innenstadt, die als bald über die Bildschirme flackerten kam schnell die Frage auf, wer macht sowas, wer ist zu soetwas fähig.

Ich habe mir die Nachrichten als Live-Stream auf ntv angesehen und bekam so mehr oder weniger "live" mit, wie es bald nach der Bombenexplosion hieß, auf einer kleinen insel vor der Küste "sei auch etwas im Gange" und mehr und mehr verfestigten sich die Berichte.

Um so größer wurde das Entsetzen, um so mehr Informationen man bekam. Doch eines fiel mir gleich zu Beginn der Berichterstattung auf, und ich persönlich empfand es als wirklich ausgesprochen schlechten journalistischen Stil. Noch währen auf der Insel Utoya scheinbar die Wahnsinnstat des Attentäters voll im Gange war, echauffierte sich ein per Telefon zugeschalteter Korrespondent aus Oslo, dass Königshaus und Regierung das Volk in seinem Schrecken alleine ließen, wo sie doch gerade jetzt, in einer solchen Situation, in der der islamische Terror derart brutal zugeschalgen habe, das Volk auf die Unterstüzung seiner Leitpersonen baue.

Lieber ntv-Korrespondent, desssen Name ich leider vergessen habe, Dein Interesse an markigen und möglicherweise quotenbringenden Sprüchen in allen Ehren, aber schon gleich nach dem Bombenattentat wurden Stimmen laut, die einen islamistischen Hintergrund des Anschlags von vorneherein in Frage gestellt haben. Die pauschaliesierte Veruteilung nach dem Motto: "Bombe = Islam = Böse" war nicht nur in ihrer immer wiederkehrenden Wiederholung peinlich sondern journalistisch stümperhaft und wie sich nun im Nachhinein herausstellt auch noch vollkommen falsch.

Der Tagesspiegel schrieb dazu sehr treffend: "Norwegen war eindeutig der Super-GAU der Terrorexperten. Was da schon wenige Minuten nach dem Bekanntwerden des Anschlages über dessen Hintergründe vermeintlich analysiert wurde, lässt sich als Größtmöglich Anzunehmender Unsinn beschreiben. Auf allen Kanälen schwadronierten die vom Fernsehen ernannten Fachleute über politische Militanz und erzählten aus dem islamistischen Nähkästchen. Binnen Kurzem hatten sie die Öffentlichkeit zu Fachleuten über die skandinavische Al-Kaida-Szene gemacht und Wasser auf die Mühlen der allumfassenden Islamophobie gegossen. Ein Experte sollte, so die Definition seiner Aufgabe, Fakten abwägen und dann seine Einschätzung geben. Manchmal würde so mancher Journalist oder Experte mit der Aussage 'Wir wissen es noch nicht' mehr Glaubwürdigkeit beweisen. Das aber wiederum entspricht nicht dem Medien-Echtzeit-Terror, in dem der Anschlag bereits geklärt sein will, wenn sich noch nicht einmal der Staub gelegt hat."

Nein, ich will damit weder radikalen Islamismus noch irgendeine andere Art von gewaltsamen Protest verteidigen, noch die Auswirkungen dieser schrecklichen Tat in irgendeiner Weise schmälern, sondern ganz im Gegenteil, das hätte ich mir von einem Sender wie ntv gewünscht. Vor allem nachdem im Verlaufe des Abends immer klarer wurde, was auf der Ferieninsel passiert ist, fehlte mir jegliche ernste Anteilnahme. Es lag vielmehr ein Grundtenor in der Berichterstattung der so klang, als müsse sich ein Staat nicht wundern, wenn er derart engagiert sei, wie Norwegen in Afghanistan und in der Libyen Krise, daß dieses Pendel irgendwann einmal zurückschlage. Selbst über eine Beteiligung Gadafis wurde mehr oder weniger offen spekuliert.

Ja, zugegeben, es hätte ein Anschlag von radikalen Islamisten sein können, und ein Land wie Norwegen, das sich trotz seiner geringen Größe in der Welt derart engagiert, macht sich nicht nur Freunde, aber ein so offenes Land wie Norwegen, daß sich auf die persönlichen Freiheiten jedes einzelnen Menschen berufend einen so bunten Straus an Weltanschauungen zuläßt und toleriert, läßt es auch zu, das andere vollkommen gegensätzliche Ströungen sich radikalisieren. So hart und bitter das Angesichts der Situation auch klingen mag, das ist der Preis der Freiheit.

Ich lober mir das das Eingeständnis der Frankfurter Rundschau, die schrieb: "Der Schock gibt Anlass zu Reflexionen und Selbstkritik. Vorschnell haben wir – Politiker, Terrorexperten, Journalisten – nach den ersten Meldungen über den Anschlag von Oslo die islamistische Karte gezogen. Trotz aller Vorbehalte, dass nichts bewiesen sei, konnten wir uns kaum andere Motive vorstellen als einen Racheakt muslimischer Fanatiker für Afghanistan- Krieg oder Mohammed-Karikaturen."

Das ist kein Hohn und keine Mißachtung der vielen Toten, aber wir alle müssen verstehen, daß es die absolute Sicherheit nicht geben kann. Vor solch irsinnigen Taten wird man sich nie vollends schützen können, nicht mal in einem völligen Überwachungsstaat würde dies zu 100% gelingen, denn gegen den wahnsinnigen Einzeltäter gibt es keinen wirklichen Schutz, vor allem dann nicht, wenn es aus dem verborgenen Untergrund heraus agiert.

Und um so mehr Hochachtung muß man daher vor den Worten des norwegischen Königs haben, der es in seiner Anspreche so treffend formulierte: 'Ich bewahre den Glauben, dass Freiheit stärker ist als Furcht. Ich bewahre den Glauben an eine offene Demokratie und Gesellschaft'

Ich hoffe, daß nicht nur die Norweger sich von einem solchen Ereignis nicht hinabziehen lassen und gerade jetzt, auch in Gedenken und Ehren an die vielen Toten sagen: "Euer Tod soll nicht umsonst gewesen sein!" Und ich denke auch wir sollten jetzt erst recht und noch viel mehr Verständigung und Akzeptanz in einer multikulturellen Landschaft kämpfen, denn geben wir das jetzt auf, dann hat Anders Brevik gewonnen.

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Vom Scheitern der virtuellen Desktops

Mittwoch 20 Juli 2011
Virtuelle Desktops werden scheitern! - Wie bitte?

Die Aussage erscheint, betrachtet man die IT-Hypes der letzten Monate, ja wenn nicht gar Jahre doch reichlich provokant. Trotzdem stelle ich sie auf und habe dafür auch Gründe, die ich benennen will.

So schön und durchaus sinnvoll das Konzept virtueller Desktops auch sein mag, ich denke die Idee wird langfristig scheitern. Im wesentlichen aus zwei Gründen. Geld und Bequemlichkeit.

Nein, nicht das die Unternehmen zu viel Geld haben, um in sinnvolle Techniken wie z.B. die Desktop-Virtualisierung zu investieren und das sie zu bequem sind die sich ihnen bietenden Möglichkeiten zu nutzen. Viel mehr werden sie zu wenig Geld haben, VDI-Technologien zu nutzen, die preislich in keinerlei Verhältnis zu herkömmlichen Technologien stehen und meist sogar um ein vielfaches teurer sind und sie werden zu bequem sein, um auf alternative Hersteller auszuweichen.

Warum diese Annahme? - Von Marktanteilen und den Schuldigen

Die beiden größten Anbieter im IT-Sektor sind Intel und Microsoft. Erstere stellen vor allem im Business-Bereich nahezu 90% aller Prozessoren zur Verfügung, nur wenige Firmen setzen AMD-Technologie ein. Noch immer haftet AMD das Image einer Bastelbude an, deren Prozessoren zu leistungsschwach sind und eher als Heizplatte zu gebrauchen sind. Dass das technisch gesehen kaum haltbar ist und AMD durchaus eine Alternative ist akzeptieren nur wenige. Wer da etwas anderes behauptet verkennt die Realitäten. Gut 90% meiner Kunden rümpfen allein schon bei der Erwähnung des Namens AMD angewiedert die Nase und Antworten in der Art, "Herr Bußmann, wir wollen doch bitte professionelle IT betreiben, also lassen doch den Bastelkram außen vor!" sind keine Seltenheit. Selbst die Hinweise, daß Intels VT-Technologie letztlich nur eine Kopie der von AMD entwickelten Virtualisierungstechnologien ist und das Intel nach jahrelangem gewettere gegen AMD letztlich doch einsehen mußte, daß AMD die bessere Technologie zur Kommunikation zwischen Prozessor und RAM verwendet und auch diese kopiert hat, bringen da bei den Kunden wenig Einsicht.

Intel ist in den meisten Firmen so sicher gesetzt, wie die Tatsache, daß Morgens die Sonne auf und Abens untergeht. Einzig im Bereich der Privatanwender PCs kann AMD immer noch einen nennenswerten Marktanteil für sich beanspruchen.

Intel und die Abhängigkeit von Verkaufszahlen

Doch wovon lebt ein Konzern wie Intel eigentlich? Ganz simpel gesagt von den Verkaufszahlen seiner Prozessoren.

So gesehen ist der Trend zur Virtualisierung insbesondere für einen Hersteller wie Intel ein Graus. Doch warum nur für Intel? Ganz einfach. AMD-Prozessoren sagt man, gerade im Bereich der Virtualisierung, ein klein wenig mehr Performance nach als dem Mitbewerber, und wenn AMD in der Vergangenheit überhaupt irgendwo im Server Umfeld ein paar Prozessoren verkaufen konnte, dann meist in Host-Rechnern. Auch war AMD der erste Hersteller der 8-Core Prozessoren auf den Markt gebracht hat und hat in diesem Umfeld mit den aktuellen 12-Core Prozessoren die Nase immer noch leicht vor Intel.

Nun ist aber unbestritten, daß Virtualisierung gleichbedeutend mit weniger Hardware ist. Genau das ist ja der Sinn der ganzen Sache. Weniger Hardware bedeutet weniger Wartungsaufwand, weniger Stromverbrauch, erhöhte Konsolidierung, die Schlagworte für die Virtualisierung schlechthin. Doch das bedeutet auch, weniger verkaufte Prozessoren!

Was sich im Bereich der Server Prozessoren vielleicht noch so gerade verschmerzen läßt wird für Intel im Desktop Bereich zu einem echten Problem. Im Server-Umfeld existieren noch immer eine ganze Menge veralteter Systeme, deren Leistung den Kunden im Regelfall zum Betrieb nativer Anwendungen lokal auf der Hardware ausreicht. Wenn man ehrlich ist, dann muß man zugeben, in den vergangenen Jahren war es kaum noch nötig Hardware auf Grund mangelnder Leistung auszutauschen. Gerade Prozessoren haben heute eine Leistungsfähigkeit erreicht, die von einzelnen Programmen in der Regel kaum ausgenutzt werden können. Nicht umsonst ist eines der Hautargumente für die Virtualisierung ja auch eine bessere Auslastung der Hardware. Hier lassen sich also mit der Argumentation für die höhere Effizienz noch genügend Prozessoren austauschen, man muß dafür lediglich die Marktstrategie einfach ein wenig anpassen.

Während in der Vergangenheit einfach so schnell und so viele Prozessoren wie nur irgend möglich verkauft wurden, Bedarf es nun schon ein wenig Argumentation, die alten Prozessoren aus den Serverräumen der Kunden zu verdrängen. Diskussionen um Ökologie und Nachhaltigkeit sind da willkommene Aufhänger.

Trotzdem bricht der Servermarkt seit Jahren mit steigender Virtualisierung immer deutlicher ein, was schon zu so Stilblüten führt, wie der Empfehlung von Herstellern, wie beispielsweise DELL und HP, Systeme nach nur 15-18 Monaten durch aktuellere Systeme auszutauschen. Kann man schon nicht mehr die Anzahl der Systeme verkaufen, weil durch die Virtualisierung weniger Systeme gebraucht werden, so wird nun anhand abenteuerlicher Leistungs- und Kostenrechnungen versucht dem Kunden plausibel zu machen, warum er im Endeffekt sogar Geld sparen soll, wenn er seine Serversysteme bereits nach besagten 15-18 Monaten austauscht.

Was dabei vor allem in Deutschland komplett vergessen wird (über die gesetzlichen Vereinbarungen in anderen Ländern bin ich leider nicht informiert, hier dürften aber ähnliche Regeln gelten), ist der Punkt, daß für Systeme Abschreibungsregeln gelten, die mit 18 oder gar 15 Monaten eindeutig zu kurz gegriffen sind. In dieser Zeit läßt sich kein System abschreiben und auf Dauer wird kein Unternehmer nicht abgeschriebene Systeme austauschen. Dazu ist der angegebene Vorteil neuer Systeme einfach viel zu gering, trotz aller Schönrechnerei.

Vollkommen anders sieht es dagegen bei Desktop Prozessoren aus. Diese sind noch immer die mit Abstand meitverkaften Prozessoren aus dem Hause Intel und bringen trotz des im Vergleich zu Serverprozessoren eher günstigen Preises, den größten Teil der Intel-Einnahmen und natürlich auch des Verdienstes. An einer massiven Virtualisierung dieser Systeme kann Intel also gar nicht gelegen sein, zumal Intel im Bereich der in ThinClients üblicherweise verwendeten Prozessoren eher schwach aufgestellt ist. Das bedeutet an den Arbeitspläzen an denen im Zuge einer Virtualisierung ein ThinClient völlig ausreichend ist verdrängt sich Intel mit den leistungsfähigen "Virtualisierungsprozessoren" praktisch selbst. Die Unterstützung für Desktopvirtualisierung fällt da verständlicher Weise recht gering aus.

Ein wenig sichert man sich zusätzlich damit ab, in dem man Herstellern wie Anwendern die "Mitnahme" des virtuellen Desktops versucht schmackhaft zu machen. Dabei soll der virtuelle Desktop nicht komplett vom Rechenzentrum aus geliefert werden, sondern vom Anwender auf seinen PC "gestreamt" werden und ihm somit immer, also auch ohne Anbindung an das Firmennetzwerk zur Verfügung stehen.

Was für Notebook Anwender noch einigermaßen sinnvoll klingen mag, entpuppt sich aber gerade für Dektop Anwender mit normalen PCs schnell als kompletter Blödsinn, denn natürlich ist dafür am Arbeitsplatz weiterhin ein vollwertiger PC mit "Intel Inside" erforderlich, der eigentliche Einspareffekt der teuren und vor allem stromfressenden Fat-Clients entfällt damit.

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Vom Scheitern virtueller Desktops (Teil 2)

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Vom Scheitern virtueller Desktops (Teil 2)

Mittwoch 20 Juli 2011
Microsoft, der zweite Spieler im Boot

Mit Microsoft sitzt noch ein zweiter wirklicher Global-Player mit im Boot der Desktop Virtualisierung an dem kaum eine Firma vorbei kommt. Nun rächt sich die freiwillige, seit über 20 Jahren andauernde, fast schon unterwürfige Selbstversklavung der Unternehmen gegenüber Microsoft. Am Markt gibt es kaum wirklich Ernst zu nehmende Alternativen im Desktop Bereich. Linux ist auch heute immer noch meilenweit davon entfernt im Unternehmensbereich eine ernsthafte Desktop Alternative zu sein. Zu sehr haben sich die Anwender und auch die Entwickler den Microsoftschen Betriebssystemen und Applikationen gegenüber versklavt. Kaum ein Hersteller bietet brauchbare Schnittstellen zu anderen Applikationen außer zu denen aus dem Hause Redmond. Egal ob ERP, CRM oder Groupware, nahezu immer ist irgendwo doch für eine vollständige Integration ein Windows mit passenden Applikationen notwendig. Anstatt tatsächlich etwas zu unternehmen und auf wirkliche Standards zu setzen, hat man sich den Versprechen aus Redmond hingegeben, frei nach dem Motto, die machen das schon. Und nicht ganz von ungefähr gibt es heute genug Anwender wie Administratoren, die sich mit der Aussage "Microsoft ist Standard" zufrieden geben. Dabei kann nie ein einzelner Hersteller "Standard" sein. Standards sollten meiner Meinung nach offen getroffene Vereinbarungen zwischen verschiedenen Beteiigten sein. Microsoft hat hingegen seine Applikationen am Markt durchgedrückt und diese zum Quasi-Standard erklärt. Inzwischen mögen sie tatsächlich zu einem Standard geworden sein, nur mit den einhergehenden Nachteilen müssen wir dann auch leben.

Doch warum tut Microsoft sich eigentlich mit Desktop-Virtualisierung so schwer? Warum boykotieren sie es regelrecht, wenn auch nicht hoch offiziell?

Schon in den 90er Jahren ging ein Begriff durch die Fachpresse, der bis heute kaum etwas an Aktualität eingebüßt hat. Man sprach damals von der sogenannten "Wintel-Conection". Bis heute sind beide Hersteller, Microsoft und Intel extrem aufeinander angewiesen. Intel ist mit großem Abstand der Hersteller für die Chips auf denen Microsofts Betriebssystem läuft. Da hat bisher weder Apples zartes anbandeln mit Intel noch Microsofts Ankündigung, Windows 8 wird auch andere, nicht Intel Prozessoren unterstützen, wenig dran geändert. Beide Hersteller erobern sich damit höchstens noch ein paar zusätzliche Märkte, an der Grundkonstellation wird das kaum etwas ändern, denn beide können sich den Verzicht auf den jeweils anderen nicht leisten. Zwar hat schon einmal eine Firma, gezeigt, das es möglich ist, die gesamte Prozessor-Architektur zu tauschen, ohne dabei nennenswert an identität zu verlieren, aber Apple, die das seinerzeit mit dem Umstieg auf die Intel Prozessoren gemacht haben, sind seit je her in der IT eben immer schon etwas besonderes gewesen, und auch hier wäre der Wechsel kaum ähnlich problemlos von statten gegangen, hätte man zu einem kleinen, weniger bedeutenden Prozessorhersteller gewechselt. Wohl auch deshalb ist ein zunächst kolpotierter Wechsel von Apple, hin zu AMD nicht zu Stande gekommen.

Letztlich bedeutet das für Microsoft, nahezu jeder verkaufte Intel Prozessor entspricht einer Windows Lizenz, zumindest im Desktop Umfeld. Aus unternehmerischer Sicht ist das ideal, wenn auch die Einnahmen durch die vergleichsweise günstigen OEM Lizenzen, die Hersteller auf ihre Systeme packen, nicht sonderlich hoch sind, so sind diese Einnahmen doch seit nunmehr fast 20 Jahren beständig und steigen durch die immer größere Ausbreitung von PCs kontinuierlich an.

Nun könnte man meinen, daß es Microsoft doch egal sein kann, ob sie die Lizenzen an Hersteller in Form von OEM verkaufen oder auf dem freien Markt für virtuelle Desktops. Dem ist aber mitnichten so. Das Geschäft mit dem quasi Endkunden ist um ein vielfaches aufwändiger als der Lizenz Massenverkauf an die großen Hersteller. Anders als im OEM-Geschäft liegt somit plötzlich die gesamte Verantwortung bei Microsoft selbst. Während im OEM-Bereich Microsoft nicht einmal selber für den Support seiner Produkte zuständig ist, geschweige denn sich mit Rechnungsstellungen, Zahlungseingängen und ähnlichem Kleinkram aufwändig selbst kümmern muß, bliebe diese gesamte Arbeit beim direkten Verkauf der Lizenzen auf ihrer Seite haften. Dies ist ein betriesbwirtshaftlich nicht zu vernachlässigender Faktor.

Wohl auch aus diesem Grund hält Microsoft die Preise für seine Software im Virtualisierungsbereich auf unverschämt hohem Preisniveau. Während man sich auf normalen Desktop PCs in der Regel mit dem OEM-Betriebssystem begnügt ist im Rahmen einer Virtualisierung plötzlich eine sogenannte Software Assurance notwendig, um das Desktop Betriebssystem virtuell betreiben zu dürfen. Alternativ hat der Kunde die Möglichkeit mit einer sogenannten VDA-Lizenz (Virtual Desktop Access) zu agieren. Hierbei ist zuvor kein Grundbetriebssystem erforderlich, sondern es wird nur die VDA-Lizenz erworben.

Doch genau hier liegt abermals die Crux. Diese Lizenz, gedacht für Thin Clients erwirbt man nämlich nicht, im Sinne von "kaufen" sondern man erwirbt ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht in Form eines Vertrages mit einer Mindestlaufzeit von 3 Jahren und einer jährlich zu zahlenden Rate. Diese beträgt derzeit für eine VDA-Lizenz jährlich run 100,- $. Gemäß der üblichen Gepflogenheiten oder sollte ich eher "Marotten" sagen, wird in Europa der Preis nicht etwa zu einem fairen Wechselkurs umgerechnet, sondern im Prinzip das $-Zeichen durch ein €-Symbol ersetzt.

Das bedeutet, ein Kunde der auf Desktop-Virtualisierung setzen will, benötigt also neben dem PC mit Desktop Betriebssystem noch zusätzliche eine Software Assurance oder eben einen ThinClient mit VDA-Lizenz. Sowohl die Software Assurance als auch die VDA-Lizenz laufen nach drei Jahren aus und verlieren, insofern sie nicht verlängert werden, ihr Recht auf Nutzung.

Hat man beim Desktop-PC mit Betriebssystem immerhin noch das Betriebssystem, welches weiterverwendet oder verkauft werden kann (letzterer Punkt ist gerade im Leasing-Bereich in dem gebrauchte Computer über entsprechende Vermarkter im großen Stil aufbereitet und weiterverkauft werden, ein wichtiger Faktor), so hat man am Ende der Laufzeit, insofern man nicht verlängert, bei der Verwendung eines ThinClients schlichtweg nichts, außer eben der kleinen dummen Büchse. Mit der Verwendung von VDA-Lizenzen unterwirft man sich also noch stärker dem Joch des Herstellers und macht sich von diesem vollständig abhängig.

Darüber hinaus ist alleine von der Lizenzseite her gesehen die Desktop Virtualisierung nahezu unerschwinglich. Nehmen wir mal den üblichen Zeitrahmen von ca. 3 Jahren, so wie er zumeist auch für Abschreibungen angesetzt wird, das ergibt dann in etwa folgendes Bild:

VDI-Lösung klassischer PC
Anschaffungskosten Gerät ~ 400,- € ~ 600,- €
OS bzw. VDA Lizenz ~ 300,- € ~ 120,- €
Lizenzkosten Virtualisierung ~ 550,- € ----------
zusätzl. anteilige Serverkosten ~ 210,- € ----------
Stromkosten ~ 25,- € ~ 250,- €
Gesamtkosten ~ 1485,- € ~ 970,- €

Hier noch die Erläuterung zur Tabelle:

Bei den Anschaffungskosten für die Geräte bin ich von eigenen beruflichen Erfahrungen ausgegangen. Hierbei muß man aufpassen, daß man sich die Kosten für die eine oder andere Seite nicht künstlich schönrechnet. Sicherlich gibt es sowohl ThinClients, wie auch PCs die günstiger zu haben sind, als die oben angegebenen Beträge, doch dabei sollte man bedenken, daß die meisten ThinClient Hersteller ihre Gerätepreise ohne Maus und Tastatur, teilweise sogar ohne Netzkabel angeben. So wird versucht den eigentlich recht geringen Preisunterschied zwischen Thinclients und PCs künstlich ein bißchen aufzupeppen. Auch bei den PCs wird mancher sagen, "wir geben aber weniger Geld für unsere Office PCs aus!". Da mag zwar stimmen, die Erfahrung zeigt jedoch, daß in nahezu jedem Unternehmen eine Reihe von PCs existiert, die deutlich oberhalb der Durchschnittskonfiguration liegen, z.B. bei CAD Arbeitsplätzen. Auf die Gesamtzahl der PCs im Unternehmen heruntergebrochen paßt somit der Wert von ca. 600,- EUR wieder. Bei den Betriebssystem bzw. VDA-Lizenzen stehen auf PC-Seite OEM-Lizenzen gegen die relativ teuren VDA-Lizenzen. Das mag auf den ersten Blick unfair erscheinen, doch gerade in Deutschland sind gut 85% der Windows PCs in Unternehmen lediglich mit OEM-Versionen im Einsatz, die meisten Administratoren verzichten auf den Abschluss einer Software Assurance, weil sie ihnen keine nennenswerten Vorteile bringt (auch wenn Microsoft das natürlich anders sieht). Zusätzlich werden für die Desktop Virtualisierung zusätzliche Lizenzkosten fällig, z.B. für VMware VMview oder für Citrix XEN Desktop. Diese fallen in einer klassischen PC-Umgebung erst gar nicht an. Zusätzlich entstehen bei der Desktop-Virtualisierung zusätzliche Kosten für Server, auf denen die virtuellen Desktops ausgeführt werden können. Bei einer durchschnittlichen Anzahl von 20-30 Clients pro Server ausgeführt werden können, ergeben sich somit zusätzliche kosten von ca. 210,- EUR für 3 Jahre, anteilige Storage Kosten sind dabei ebenfalls berücksichtigt. Da Thin Clients jedoch nur rund 1/10 so viel Strom verbrauchen, ergeben sich hier deutlich geringere Kosten .

Man erkennt an der obigen Beispielrechnung recht gut, das man pro Client in etwa mit Mehrkosten von 500,- EUR auf drei Jahre rechnen muss. Setzt man diese Rechnung für ein Unternehmen mit ca. 250 PCs an, dann sind das für die Desktop Virtualisierung Mehrkosten von rund 125.000,- EUR fällig.

Klar sollte auch sein, daß die immer wieder genannten Einsparungen letztlich nichts anderes in den Köpfen der Entscheider suggerieren sollen, als personelle Einsparungen. Nimmt man jedoch die unternehmerischen Kosten eines einzelnen Arbeitsplatzes, so wird rech schnell klar, es lohnt sich nicht!

Fazit:

Zumindest in der aktuellen Preisstruktur ist Desktop-Virtualisierung uninteressant und wenig lohnenswert. Man muß schon einige Rechenkunststückchen anstellen, um sie sich trotzdem schön zu reden. Sicherlich sinkt der administrative Aufwand und es gibt Unternehmen für die sich aus anderen Gründen eine Desktopvirtualisierung trotzdem rechnet. Langfristig wäre das Geld aber sicherlich in Arbeitsplätze und Innovation deutlich besser investiert und dabei könnte eine der wirklichen Innovationen ein Umdenken auf Seiten der Unternehmen sein, zukünftig und langfristig vielleicht in Lösungen zu investieren die nicht so Monokulturell aufgebaut sind und einen derart von einem oder zwei Marktführern abhängig machen.

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Welche Autos wir Deutschen wirklich kaufen

Mittwoch 20 Juli 2011

Einen interessanten Beitrag unter der oben genannten Überschrift habe ich heute auf der t-online News Seite gefunden. Selber mal vor 25 Jahren KFZ-Mechaniker gelernt ist das Faible für Autos nie ganz verloren gegangen, obowhl ich vieles heute aus einer etwas anderen Perspektive sehe. Klar ein Auto darf chic sein und auch schnell aber der Umweltaspekt und vor allem die Bezahlbarkeit stehen doch deutlich vorne.

Vor 25 Jahren war das noch anders. Wir glaubten zwar auch schon damals, Sprit sei teuer, und ich erinnere mich an eine nächtliche Tour mit meinem besten Kumpel, bei dem wir einen Stop an einer Nachttankstelle einlegen mußten. Damals war Nachts zu tanken noch eine Besonderheit und kostete meist ein ein paar Pfennig extra.

Wie geschockt waren wir als der Liter Superbenzin an der Tanke 1,56 DM kosten sollte. Ja richtig, Deutsche Mark, das war mal unsere Währung, manch einer hätte sie vielleicht gerne zurück, aber das ist ein anderes Thema. Für unsere 5 DM gab es also nur rund 3 Liter Sprit und wir mußten knapp 50 km fahren. Bei einem Auto mit 9 Litern Verbrauch bei normaler Fahrweise war das für uns eine echte Aufgabe, ganz Piano mit dem Gasfuß umgehen, das war eigentlich so gar nicht unser Ding.

Heut kostet der Sprit, übertragen auf Euro das doppelte oder das gleiche, wie man es nimmt.

Doch gerade vor diesem Hintergrund fand ich den Artikel so interessant, liegt doch das Ergebnis rech konträr zu dem Bild welches man gemeinhin vom Straßenverkehr hat. Papas fahren große Autos oder schnelle, Mamas, Studenten und Singles eher kleine Autos, es sei denn Mama fährt den Familienkombi und wer es sich eben leisten kann, fährt natürlich ein großes, schnelles, teures Auto.

Wenn man auf der Autobahn unterwegs ist, hat man immer das Gefühl alle Welt fährt größere, vor allem aber schnellere Autos, denn irgendwie gibt es immer mehr Fahrer die einen überholen als man selber überholt, zumindest gefühlt.

Die Realität sieht aber ganz anders aus. Rechnet man die Firmenfahrzeuge (auch die von Freiberuflern) und Miet- und Flottenwagen aus den Zulassungszahlen heraus, dann ergibt sich ein völlig anderes Bild. BMW schafft es nur mit dem X1 in die Top 20 Zulassungsstatistik, Mercedes ist der einzige Hersteller, der es mit einem Wagen der Oberklasse, nämlich dem E-Modell in die Top 20 schafft, ansonsten ist nur noch die B-Klasse dort vertreten und selbst der offizielle Familienklassiker Passat von VW schafft es nicht in die Top 20. Stattdessen sind dort ausnahmslos Klein und untere Mittelklasse-Fahrzeuge vertreten. Klar unangefochtener Spitzenreiter ist noch immer der Volkswagen, der seit rund 30 Jahren nicht mehr Käfer heißt sondern Golf. Ebenso vertreten sind Skoda Fabia, VW Polo und natürlich die Einstiegmodelle von Opel und zahlreiche Asiaten wie Hyundais i30 z.B.

Deutschland kauft also klein! Das mag sicherlich auch an den teilweise horrenden Preisen liegen, die man heutzutage für ein Auto auf den Tisch legen muß. Wer sich heute alle 4-5 Jahre ein neues Fahrzeug der gehobenen Mittelklasse kaufen will gibt im Laufe seines Lebens dafür in Summe deutlich mehr Geld aus, als für das eigene Haus. ein anderer Aspekt mag aber auch der Umweltaspekt sein, wenn auch nur indirekt. Kleinere Autos verbrauchen in der Regel weniger und sind allein von daher schon wirtschaftlicher.

Von wirklicher Ökologie sind wir aber leider immer noch sehr sehr weit entfernt.

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Umweltschutz ad absurdum...

Dienstag 19 Juli 2011

Greenpeace_Tux  Gut gemeint doch trotzdem daneben! Nicht anders kann man wohl die Initiative der europäischen Politik um mehr Ökologie bezeichnen. Da werden Europaweit Gesetze und Verordnungen erlassen, die den CO² Ausstoß insgesamt reduzieren sollen, und ohne weiter darüber nachzudenken, ruiniert man damit die Umwelt noch schneller als zuvor.

Klingt wiedersinnig? Ist es aber gar nicht. Durch die Initiative der westlichen Welt, zur Reduzierung des CO² Ausstoßes, natürlich gewonnene Rohstoffe zur Verbrennung zu nutzen, sind die Ölkonzerne verpflichtet, z.B. ihrem Diesel biologisch gewonnenen Rohstoff, allgemein "Biodiesel" genannt hinzuzufügen.

Da aber trotz entsprechender Subventionen hiesiges Rapsöl zu teuer ist und die Gewinne der Konzerne zu stark schmälern würde, bedient man sich auf dem ausländischen Markt und kauft dort Biodiesel ein.

Haben denn andere Länder so viel Biodiesel?

Nein, nicht wirklich, aber sie haben große Urwälder, die man roden kann um dort Soja oder schnellwachsende Palmen anzubauen. Indonesien wird auf diese Art voraussichtlich bis 2022 98% seiner Urwälder verloren haben. Nur mal so, als kleiner Hinweis, das ist nicht irgend ein Datum in endlos langer Ferne, das ist ein Zeitraum in dem wir unsere Kinder in die Arbeitswelt entlassen, ihnen sozusagen unsere Welt übergeben und ihnen sagen, "so jetzt seid ihr groß, das ist eure Welt macht was draus!" - Wir überlassen ihnen nur leider keinen Acker, den sie bebauen können, sondern wir überlassen ihnen ein offenes Gräberfeld.

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"Ihr seht - Japan ist am Leben!"

Montag 18 Juli 2011

Also nun doch noch mal mit ein wenig mehr Ernsthaftigkeit. (Man könnte ja sonst meinen, ich nehme gar nichts Ernst).

Auch wenn ich nicht gerade der große Fußballfan bin, ich glaub ich war erst zwei oder drei mal in meinem Leben im Stadion und selbst die Bundesliga verfolge ich nur so ganz locker nebenbei, so bekommt man doch durch Presse, Newsticker und ähnliches, so einiges vom Welt-Fußballgeschehen mit. Und so ist auch an mir die Erkenntnis nicht vorbei gegangen, es ist Fußball WM in Deutschland. Schon wieder? Ach ja, diesmal sinds die Frauen.

Warum müssen die eigentlich immer mit so ungeraden Zahlen vorlieb nehmen? Wirkt irgendwie so ein bißchen in die Ecke gedrängt. Aber naja, was solls. Die durchaus vollen Stadien mit teilweise über 40.000 Besuchern auch nahc dem frühzeitigen Ausscheiden der Deutschen haben gezeigt, Frauenfußball kommt allmählich an und kann auch ein paar mehr Zuschauer begeistern, als ein Kreisliga Kick in Hinterpusemuckel.

Ich hab trotzdem nur 2 oder 3 Spiele gesehen, keines mit deutscher Beteiligung und nicht mal das Endspiel. Doch da hab ich dann wohl doch ein spannendes Spielchen verpaßt, an dessen Ende Japan als Fußball Weltmeister(innen) feststand.

Nun wird Japan nicht das Land hupender Autokorsos und überschwenglicher La-Ola-Wellen sein und der Empfang der neuen Weltmeisterinnen für uns in etwa so euphorisch erscheinen, wie Opas alljährliche Ansprache zum Erntedank, doch trotzdem freut es mich irgendwie.

Nicht wegen des Frauenfußballs oder weil ich der Meinung bin, Japan habe den besten Fußball gespielt, auch nicht, weil ich den Titel den Amerikanerinnen mißgönnt hätte. Ich sehe viel mehr die "Nebenwirkungen", das was am Spielfeldrand und darüber hinaus geschieht. So wie das Sommermärchen der Herren in Deutschland für mehr Veränderung in der Gesellschaft gesorgt hat als so manche Rede bedeutender Persönlichkeiten (obwohl wir uns nicht mit einem Titel schmücken konnten, weder bei der WM noch bei der EM), so bleibt vor allem den im Moment arg gebeutelten Japanern zu wünschen, dass dieser sportliche Sieg ihnen ein zartes Lächeln auf ihre Gesichter bringen mag. Für wilde Jubelschreie sind sie hierzulande ja nicht gerade bekannt.

So wie Ihnen schon oft nachgesagt worden ist, mit Fleiß und Disziplin selbst am Boden liegend sich immer wieder auszuraffen und so schwierigste Situationen zu meistern, so ist es ihnen letztlich im Fußball gelungen sich trotz zweimaligen Rückstandes zurück zu kämpfen. Möge dem von Tsunami-, Erdbeben- und Atomkatastrophen gebeuteltem Land dieser sportliche Erfolg einen kleinen Stillen Moment der Freude bereiten und Mut machen, denn es warten noch eine Menge deutlich härterer Aufgaben.

In diesem Sinne trotzdem: 日本おめでとう (Herzlichen Glückwunsch Japan)

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soooo geschafft!

Montag 18 Juli 2011

das dürften sich auch die Japanerinnen gesagt haben, als sie gestern Abend den WM Pokal in die Hand nehmen durften und ihren Triumpf über die amerikanischen Fußball-Mädels feiern konnten. Oder wie es auf Titanic jemand formulierte:

USA gegen Japan, das war die Neuauflage des Endspiels von 1945, nur diesmal mit anderem Ausgang.

Geschafft ist auch die erste Woche meines Urlaubs. Ja mit was eigentlich? Mit niemandem, nirgendwo außer zu Hause und mit jeder Menge Lehrmaterial für den Job. Was war noch mal gleich die Definition von Urlaub?

"Urlaub ist die Genehmigun zur Fortsetzung der innerbetrieblichen Arbeit außerhalb der Regelarbeitszeit und der betrieblichen Werkstätten. Um die geringere Produktivität dieser Phase auszugleichen sollte Aktivurlaub für mindestens 16 Stunden täglich angestrebt werden!"

Trotzdem hab ich mir das Vergnügen gegönnt mal wieder ein paar Stunden Guildwars zu spielen, aber dazu vielleicht später noch, wenn es die Arbeit denn erlaubt. Bis dahin, frohes Schaffen...

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Große Lauscher - Wenn zwei das Gleiche tun...

Sonntag 17 Juli 2011

Also wirklich Mr. Murdoch, haben Sie es denn nicht gewusst? Ich meine Sie und die Mitarbeiter ihrer Zeitungen des Murdoch Imperiums.
Stehen Zeitungen nicht auch immer für "Bildung" und "Allgemeinwissen"? Schon der alte Lateiner wußte:

Duo cum faciunt idem, non est idem. - Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht das selbe.

Also bitte Mr. Murdoch, Sie haben doch nur eine Zeitung (oder auch ein paar mehr), Sie mögen ein Medienmogul sein und man spricht von "ihrem" Imperium, aber Sie sind kein Geheimdienst, kein Politiker, kein Staat und eben doch kein Imperator.

Sie hätten doch wissen müssen, daß nur die die Lizenz zum ungefragten Abhören haben. Ob sie es Großer Lauschangriff, Staatssicherheit, Homeland Security, Bundestrojaner oder wie auch immer nennen. Nur Politker, Staaten und Geheimdienste dürfen das, und Imperatoren, die machen das einfach. Alle anderen sind böse, gefährlich und vielleicht sogar Terroristen.

Also Mr. Murdoch, das war wirklich ziemlich stümperhaft. Hätten Sie sich wenigstens irgendwo zum Präsidenten wählen lassen außer im Vorstand ihres Konsortiums, am besten in den USA, dann hätten Sie wenigstens noch die Chance gehabt Nixxon den Rang abzulaufen. Aber so wird das nichts.

Naja, vielleicht haben Sie ja noch mal Glück und es genügen ein paar Bauernopfer deren Leben nun verpfuscht ist, dann hätten Sie wenigstens etwas besser gemacht als Nixxon, der mußte nämlich selber seine Karriere begraben.

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kinox.to - same procedure...

Freitag 15 Juli 2011

Gerade mal einen Monat ist es her, da ging es aufsehenerregend durch die Presse und selbst großen Nachrichtensendungen war das Ereignis einen Bericht wert. Undifferenziert war von einem großen Schlag gegen die Raubkopierer die Rede, und so wie Computerspieler für die öffentliche Wahrnehmung gerne als Amok gefährdete Zeitbomben mit Tötungsfantasien aufbereitet werden, wurden Nutzer von Streamingportalen auf eine Stufe mit gemeinen Verbrechern und Mördern gestellt.

Wann begreifen auch unsere Medienmacher endlich, das es falsch ist, Millionen von Nutzern solcher Protale als kriminelle zu stigmatisieren, sondern wann beginnt endlich mal jemand zu hinterfragen "Warum nutzen das so viele?"

Der Bürger der um kleine Beträge das Finanzamt bescheißt, der Malocher der mit seinem Geld kaum über die Runden kommt und auf Nachbars Bau ein paar Wände hochzieht oder die Einfahrt pflastert, das sind ebenso wie die, die sich ein paar Filme aus dem Internet ziehen Kriminelle und Verbrecher, sondern sie zeigen viel mehr, das etwas ganz gewaltig falsch läuft im System.

Klar, es ist unbestritten, die Macher im Hintergrund sind häufig durchaus kriminell, doch letztlich nutzen sie nur die Nachfrage am Markt geschickter aus als es andere tun. Und so ist es nicht verwunderlich, daß es nur ein paar Wochen gedauert hat, und neue Streamingportale in die Fußstapfen des alten kino.to's getreten sind. Das es nun ausgerechnet, wie in diesem Fall scheinbar die gleichen Hintermänner sind die ganz kreativ einfach nur einen Buchstaben an die URL gehängt haben, zeigt um so mehr die Aberwitzigkeit des Ganzen.

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